Was kostet ein Pflegeheim in der Schweiz? Ein Aufenthalt in einem Alters- und Pflegeheim kostet im Schnitt rund 10'446 Franken pro Monat, und den grössten Teil davon zahlen die Bewohnerinnen und Bewohner selbst. Für viele Familien ist die stationäre Pflege damit die grösste finanzielle Belastung des Lebensabends.
Kurz zusammengefasst
Ein Aufenthalt in einem Alters- und Pflegeheim kostet in der Schweiz im Schnitt rund 10'446 Franken pro Monat, das sind etwa 332 Franken pro Tag. Den grössten Teil davon, rund 6'900 Franken im Monat für Unterkunft, Verpflegung und Betreuung, zahlen die Bewohnerinnen und Bewohner selbst. Für viele Familien ist die stationäre Pflege die grösste finanzielle Belastung des Lebensabends.
Diese Seite bündelt die wichtigsten Statistiken zu den Pflegekosten in der Schweiz: was ein Heimplatz kostet, wie sich die Rechnung in Pflege, Betreuung und Hotellerie aufteilt, warum der Eigenanteil an den reinen Pflegekosten gedeckelt ist, welche Rolle die Ergänzungsleistungen spielen und wie stark die Tarife von Kanton zu Kanton schwanken. Jede Zahl ist mit einer Quelle verlinkt, die Sie am Ende der Seite finden.
- Was kostet ein Pflegeheim in der Schweiz?
- Die drei Kostenblöcke: Pflege, Betreuung, Hotellerie
- Der Pflegebeitrag der Bewohner und die Restfinanzierung
- Ergänzungsleistungen für Heimkosten
- Regionale Unterschiede: Tarife nach Kanton
- Wie viele betroffen sind und der Trend
- Was unabhängige Quellen zeigen
- Quellenverzeichnis
Was kostet ein Pflegeheim in der Schweiz?
Ein Heimplatz gehört zu den grössten finanziellen Brocken im Alter. Die folgenden Zahlen zeigen, womit Bewohnerinnen und Bewohner pro Monat und pro Tag rechnen müssen.
1. Ein Heimaufenthalt kostet im Schnitt rund 10'446 Franken pro Monat
Laut Bundesamt für Statistik stiegen die durchschnittlichen monatlichen Kosten eines Aufenthalts in einem Alters- und Pflegeheim 2023 um 309 Franken auf 10'446 Franken. Das sind die gesamten Kosten inklusive Pflege, Betreuung und Unterkunft, bevor Krankenkasse und öffentliche Hand ihren Anteil übernehmen.1
2. Pro Tag fallen im Schnitt rund 332 Franken an
Auf den Tag heruntergebrochen entstehen bei einem Heimaufenthalt durchschnittlich rund 332 Franken Gesamtkosten. Diese Zahl umfasst sämtliche Leistungen und verteilt sich anschliessend auf Krankenversicherung, Kanton beziehungsweise Gemeinde und den Bewohner selbst.2
3. Den grössten Teil zahlt der Bewohner selbst: rund 6900 Franken im Monat
Die Beträge für Unterkunft, Verpflegung und Betreuung sind von den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst zu tragen. Sie summieren sich auf rund 6900 Franken pro Monat und bilden damit den grössten Kostenblock des gesamten Heimaufenthalts.3
4. Die Heime kosteten 2023 insgesamt 11,7 Milliarden Franken
Die gesamten Kosten der Schweizer Alters- und Pflegeheime beliefen sich 2023 auf rund 11,7 Milliarden Franken, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Das zeigt, wie stark die stationäre Langzeitpflege das Gesundheitssystem belastet.4
Die drei Kostenblöcke: Pflege, Betreuung, Hotellerie
Die Heimkosten teilen sich in drei Blöcke auf, und für jeden gilt eine andere Finanzierungsregel. Wer was bezahlt, entscheidet darüber, was am Ende beim Bewohner hängen bleibt.
5. Die Krankenkasse zahlt 9.60 Franken pro Pflegestufe und Tag
Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt für die reinen Pflegekosten einen fixen Beitrag von 9.60 Franken pro Pflegestufe und Tag. Bei der höchsten Stufe (Pflegebedarf über 220 Minuten) sind das maximal 115.20 Franken pro Tag.5
6. Der Pflegebedarf wird in zwölf Stufen zu je 20 Minuten erfasst
Der Pflegeaufwand jedes Bewohners wird einer von zwölf Pflegestufen zugeordnet, abgestuft in Schritten von je 20 Minuten. Die unterste Stufe gilt bis 20 Minuten Pflege pro Tag, die höchste ab mehr als 220 Minuten.6
7. Betreuung und Hotellerie trägt der Bewohner allein
Während die Pflegekosten geteilt werden, zahlen die Bewohnerinnen und Bewohner die Kosten für Pension (Unterkunft und Verpflegung) und Betreuung vollständig selbst. Genau dieser Block macht mit rund 6900 Franken pro Monat den grössten Teil der Heimrechnung aus.7
8. Die Pension kostet im Schnitt rund 171 Franken pro Tag
Eine Untersuchung des Preisüberwachers ermittelte eine durchschnittliche Aufenthaltstaxe für Pension und Betreuung von rund 171 Franken pro Tag, also etwa 5100 Franken pro Monat. Dieser Block wird von den Kantonen kaum reguliert und von den Heimen weitgehend frei festgelegt.8
Der Pflegebeitrag der Bewohner und die Restfinanzierung
Bei den eigentlichen Pflegekosten schützt das Gesetz die Bewohner mit einer Obergrenze. Was darüber hinausgeht, übernimmt nicht der Bewohner, sondern die öffentliche Hand.
9. Der Eigenanteil an den Pflegekosten beträgt höchstens 23 Franken pro Tag
Bewohnerinnen und Bewohner müssen sich an den Pflegekosten mit maximal 23 Franken pro Tag beteiligen. Dieser gesetzlich gedeckelte Eigenanteil bleibt auch 2025 unverändert und entspricht höchstens 20 Prozent des höchsten Krankenkassenbeitrags.9
10. Die Restfinanzierung übernehmen Kantone und Gemeinden
Was nach dem Beitrag der Krankenversicherung und dem Eigenanteil des Bewohners an Pflegekosten übrig bleibt, deckt die öffentliche Hand vollständig ab. Diese sogenannte Restfinanzierung ist Aufgabe der Kantone beziehungsweise der Gemeinden.10
11. Bei höchstem Pflegebedarf zahlt die Kasse bis zu 115.20 Franken pro Tag
Bei der höchsten der zwölf Pflegestufen, also einem Pflegebedarf von mehr als 220 Minuten pro Tag, leistet die Krankenversicherung bis zu 115.20 Franken pro Tag. Die eigentlichen Pflegekosten liegen damit grösstenteils bei Kasse und öffentlicher Hand, nicht beim Bewohner.11
Ergänzungsleistungen für Heimkosten
Wenn Rente und Vermögen die Heimkosten nicht decken, springen Ergänzungsleistungen ein. Für viele Heimbewohner sind sie der Grund, dass der Aufenthalt überhaupt finanzierbar bleibt.
12. 341'700 Personen bezogen 2020 Ergänzungsleistungen
Im Jahr 2020 bezogen 341'700 Personen in der Schweiz Ergänzungsleistungen zur AHV oder IV, 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Leistungen decken unter anderem Heim- und Pflegekosten, wenn die übrigen Einkünfte nicht ausreichen.12
13. Heimbewohner erhalten im Schnitt 3259 Franken EL pro Monat
Heimbewohnerinnen und Heimbewohner mit AHV-Ergänzungsleistungen erhielten 2020 durchschnittlich 3259 Franken pro Monat. Zum Vergleich: Daheim lebende EL-Beziehende erhielten im Schnitt nur 1083 Franken, was den hohen Finanzierungsbedarf im Heim deutlich macht.13
14. 16,7 Prozent der AHV-Rentnerinnen und -Rentner beziehen EL
Die EL-Quote bei den AHV-Renten lag 2020 bei 16,7 Prozent. Regional gibt es grosse Unterschiede: In Basel-Stadt erreichte die Quote 20,2 Prozent, in Appenzell Innerrhoden nur 7,1 Prozent.14
Regionale Unterschiede: Tarife nach Kanton
Wie viel ein Heimplatz kostet, hängt stark vom Kanton ab. Bei der Pflege gilt überall dieselbe Obergrenze, bei Betreuung und Hotellerie klaffen die Tarife dagegen weit auseinander.
15. Im Schnitt rund 170 Franken pro Tag, je nach Kanton sehr unterschiedlich
Ein Alters- und Pflegeheim kostet in der Schweiz im Durchschnitt rund 170 Franken pro Tag. Die kantonalen Tarife reichen dabei von rund 125 Franken im Kanton Glarus bis zu rund 227 Franken im Kanton Genf.15
16. Die Betreuungstaxe kostet in Baselland fast viermal so viel wie in Bern
Der Preisüberwacher ermittelte eine durchschnittliche Betreuungstaxe von 34.08 Franken pro Tag. Im Kanton Baselland zahlt man dafür im Schnitt 59.98 Franken, im Kanton Bern dagegen nur 15.86 Franken, also fast viermal weniger.16
17. Innerhalb eines Kantons sind die Unterschiede oft riesig
Auch innerhalb der Kantone variieren die Tarife stark. Im Kanton Zürich liegt zwischen dem teuersten und dem günstigsten Heim eine Differenz von rund 329 Prozent, von gut 106 Franken bis 455 Franken pro Tag.17
18. Bei der Pflege gilt landesweit dieselbe Obergrenze
Anders als bei Betreuung und Hotellerie ist der Pflegeanteil schweizweit gleich gedeckelt: Der Eigenanteil an den Pflegekosten beträgt überall höchstens 23 Franken pro Tag. Die grossen kantonalen Preisunterschiede entstehen also bei Betreuung und Unterkunft.18
Wie viele betroffen sind und der Trend
Hinter den Zahlen stehen mehr als 170'000 Menschen, und ihre Zahl wird steigen. Die Alterung der Bevölkerung lässt den Bedarf an Heimplätzen in den nächsten Jahren stark wachsen.
19. 2023 lebten 170'211 Menschen in einem Alters- oder Pflegeheim
In Schweizer Alters- und Pflegeheimen wurden 2023 insgesamt 170'211 Personen betreut, ein Prozent mehr als im Vorjahr. Pro Person wurden durchschnittlich 110 Pflegeminuten pro Tag aufgewendet, so viel wie noch nie.19
20. Der durchschnittliche Heimaufenthalt dauert rund 2,3 Jahre
2022 standen in der Schweiz 96'245 Heimplätze zur Verfügung, bei einer Auslastung von 91,2 Prozent. Der durchschnittliche Aufenthalt dauerte rund 2,3 Jahre, wobei rund die Hälfte der Bewohner weniger als ein Jahr im Heim verbrachte.20
21. Die Zahl der über 80-Jährigen verdoppelt sich bis 2040 fast
Laut einer Prognose des Obsan wächst die Altersgruppe der 65-Jährigen und Älteren bis 2040 um 52 Prozent, jene der über 80-Jährigen um 88 Prozent. Der Bedarf an Alters- und Langzeitpflege steigt dadurch insgesamt um 56 Prozent.21
22. Bis 2040 braucht es über 54'000 zusätzliche Langzeitbetten
Der Bedarf an Pflegeheimplätzen steigt laut Obsan am stärksten, nämlich um 69 Prozent. Bei unveränderter Versorgungspolitik wären bis 2040 rund 54'335 zusätzliche Langzeitbetten nötig, das entspricht etwa 921 zusätzlichen Pflegeheimen.22
23. Heime und Spitex kosteten 2023 zusammen rund 15 Milliarden Franken
Die Kosten der Alters- und Pflegeheime und der Spitex-Dienste beliefen sich 2023 zusammen auf rund 15 Milliarden Franken, das stärkste Wachstum des letzten Jahrzehnts. Allein die Spitex-Kosten stiegen 2023 um sieben Prozent.23
Was unabhängige Quellen zeigen
Neben dem Bund liefern auch der Heimverband, Pro Senectute, die Spitex und die Kantone eigene Zahlen. Sie bestätigen die hohen Kosten und zeigen, wie viele Menschen ohne Ergänzungsleistungen nicht auskämen.
24. Der Heimverband bestätigt rund 10'876 Franken pro Monat
Eine unabhängige Auswertung des Branchenverbands Curaviva (heute Teil von Artiset) bestätigt die hohen Heimkosten: Für 2024 weist sie monatliche Vollkosten von 10'875.61 Franken aus, aufgeteilt in 4'426.54 Franken Pension, 4'753.08 Franken KVG-Pflege, 1'536.66 Franken Betreuung und 159.33 Franken übrige Kosten. Pro Pflegetag entspricht das 362.52 Franken.24
25. Rund 60 Prozent der Heimbewohner sind auf Ergänzungsleistungen angewiesen
Laut Curaviva kann nur etwa 40 Prozent der pflegebedürftigen Personen den Heimaufenthalt aus eigenen Mitteln finanzieren. Die übrigen rund 60 Prozent sind auf Ergänzungsleistungen angewiesen, um Pension und Betreuung zu bezahlen. Das unterstreicht, dass die EL für die Mehrheit kein Ausnahmefall, sondern die Regel sind.25
26. Rund 230'000 Berechtigte beziehen ihre Ergänzungsleistungen gar nicht
Eine Studie von Pro Senectute mit der ZHAW zeigt eine versteckte Lücke: Rund 15,7 Prozent der zu Hause lebenden über 65-Jährigen beziehen keine Ergänzungsleistungen, obwohl sie Anspruch hätten, das sind etwa 230'000 Personen (2022). Die Armutsgrenze lag bei 2'279 Franken pro Monat, 13,9 Prozent der Seniorinnen und Senioren lebten darunter.26
27. 458'578 Menschen liessen sich 2022 von der Spitex zu Hause betreuen
Die ambulante Alternative zum Heim wächst: 2022 betreute die Spitex laut ihrem Branchenverband 458'578 Klientinnen und Klienten zu Hause, deutlich mehr als die 440'747 im Vorjahr. Im Einsatz waren 42'378 Beschäftigte, umgerechnet 20'565 Vollzeitstellen.27
28. Allein der Kanton Zürich zählt 17'780 Pflegebetten
Wie gross die regionalen Strukturen sind, zeigt ein Blick in den bevölkerungsreichsten Kanton: Ende 2024 gab es im Kanton Zürich 17'780 Pflegebetten in 212 Einrichtungen, in denen 16'526 Personen lebten. Zusätzlich betreute die Spitex 65'949 Personen zu Hause.28
Hohe Pflegekosten können das Vermögen aufzehren, das eigentlich einmal an die Familie gehen sollte. Wer früh festhält, wer was erhalten soll, behält die Kontrolle, statt den Nachlass am Ende allein der gesetzlichen Erbfolge zu überlassen. Wer das regeln möchte, kann unseren Testament-Generator nutzen oder sich in den Beiträgen Wie viel wird in der Schweiz durchschnittlich vererbt? und Wie viele Schweizer haben ein Testament? einlesen.
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Kuch, Max. "Pflegeheim Kosten Schweiz: 10'446 Franken pro Monat" Testament Schweiz, 2026. https://testamentschweiz.ch/blog/pflegeheim-kosten-schweiz/
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Pflegeheim in der Schweiz pro Monat?
Ein Heimaufenthalt kostet 2023 im Schnitt rund 10'446 Franken pro Monat. Das sind die gesamten Kosten inklusive Pflege, Betreuung und Unterkunft, bevor Krankenkasse und öffentliche Hand ihren Anteil übernehmen.
Wie viel zahlt der Bewohner selbst?
Unterkunft, Verpflegung und Betreuung sind von den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst zu tragen. Sie summieren sich auf rund 6'900 Franken pro Monat und bilden den grössten Kostenblock des Heimaufenthalts.
Was kostet ein Pflegeheim pro Tag?
Auf den Tag heruntergebrochen entstehen durchschnittlich rund 332 Franken Gesamtkosten. Diese verteilen sich anschliessend auf Krankenversicherung, Kanton beziehungsweise Gemeinde und den Bewohner selbst.
Quellenverzeichnis
- 1Bundesamt für Statistik (bfs.admin.ch)
- 2Bundesamt für Statistik (bfs.admin.ch)
- 3Bundesamt für Statistik (bfs.admin.ch)
- 4Bundesamt für Statistik (bfs.admin.ch)
- 5Bundesamt für Gesundheit (bag.admin.ch)
- 6Bundesamt für Gesundheit (bag.admin.ch)
- 7Bundesamt für Statistik (bfs.admin.ch)
- 8Preisüberwacher (preisueberwacher.admin.ch)
- 9Bundesamt für Gesundheit (bag.admin.ch)
- 10Bundesamt für Gesundheit (bag.admin.ch)
- 11Bundesamt für Gesundheit (bag.admin.ch)
- 12SWI swissinfo.ch (swissinfo.ch)
- 13SWI swissinfo.ch (swissinfo.ch)
- 14SWI swissinfo.ch (swissinfo.ch)
- 15Comparis (comparis.ch)
- 16Preisüberwacher (preisueberwacher.admin.ch)
- 17Comparis (comparis.ch)
- 18Bundesamt für Gesundheit (bag.admin.ch)
- 19Bundesamt für Statistik (bfs.admin.ch)
- 20senesuisse (senesuisse.ch)
- 21Obsan (obsan.admin.ch)
- 22Obsan (obsan.admin.ch)
- 23Bundesamt für Statistik (bfs.admin.ch)
- 24CURAVIVA / Artiset (artiset.ch)
- 25CURAVIVA / Artiset (artiset.ch)
- 26Pro Senectute / ZHAW (prosenectute.ch)
- 27Spitex Schweiz (spitex.ch)
- 28Kanton Zürich (zh.ch)
Über den Autor
Max Kuch
Max Kuch beschäftigt sich seit Jahren mit Erbrecht, Nachlassplanung und Verbraucherthemen rund um Vorsorge und Vererben. Für Testament Schweiz sichtet und bündelt er offizielle Daten und repräsentative Studien, hier etwa des Bundesamts für Statistik, des Bundesamts für Gesundheit, des Preisüberwachers, des Obsan, des Heimverbands Curaviva, von Pro Senectute, der Spitex und des Kantons Zürich, und bereitet die Zahlen verständlich auf.